Daniel Spoerri (1930 Galați - Wien 2024) Vue cubiste de ma chambre no. 13 de l'hôtel de Carcassonne . 1961-1995. Farboffset auf Papier. Am unteren Blattrand mit Bleistift signiert, datiert sowie mit schwarzem Edding nummeriert: Daniel Spoerri, 61-95, XLI/C. Rahmenausschnitt: 77,3 x 169,4 cm. Unter Glas gerahmt: 80 x 172,1 cm. Provenienz: Favoriten. Sammlung Karlheinz Schmid. Angaben zum Werk: "Dieses aus 5 Einzelaufnahmen zusammengesetzte Bild habe ich so bei Vera bestellt, meiner damaligen Frau, die gerade Fotografin werden wollte und jetzt ist. Da wir uns natürlich kein «Fisheye-Objektiv» leisten konnten, kam ich auf die Idee, das Zimmer aus vielen Facetten zusammenzusetzen, ohne zu ahnen, dass ich damit den Kubismus neu erfand. Auch er hatte ja die starre, fixe Sicht auf die Welt von einem einzigen Punkt aus durch viele einzelne Perspektiven ersetzt. Man könnte fast behaupten, dass dies eine Konsequenz der Infragestellung der damals überwiegend herrschenden Monarchien oder Diktaturen durch die Demokratie bedeutete, die ja auch nicht nur eine einzige Meinung, sondern eine Vielfalt von Überzeugungen zulässt. Und natürlich auch die Bewegung, die Mobilität, die ihren Standpunkt und Sichtort ständig verändert, und gar keine Zeit und Musse mehr hat, einen fixen Axialfluchtpunkt auszuhalten. An all das wurde damals nicht gedacht. Wir stellten das Stativ einfach in die Mitte des Raumes und 55 Einzelaufnahmen in 5 Elfer-Reihen, immer eine neben der anderen, ergaben dieses übereinanderlappende Bild. Dafür, dass Vera diese Aufgabe, auch mit den Hell-Dunkel-Zonen des Zimmers, so gut löste, bin ich ihr heute noch dankbar. Inzwischen hat ja diese Idee von 1961 in Hockney und Hofkunst eine Erweiterung gefunden und veritable Techniken entwickelt, wohingegen mein Einfall eine Eintagsfliege blieb." – Daniel Spoerri