Charity Lot – Jan Voss (1936 Hamburg – lebt in Paris) Untitled . 1984. Holzschnitt auf Bütten. Am unteren Blattrand mit Buntstift signiert, datiert und nummeriert: Voss, 84, 42/50. Blattmaß: 56 x 76,4 cm. Unter Glas gerahmt: 63,4 x 83,2 cm. Für dieses Lot erheben wir kein Aufgeld. 100% des Nettoerlöses fließen in die Seenotrettung von SOS Humanity. Ggf. anteiliges Folgerecht. Provenienz: Dieses Kunstwerk ist Teil von „Art for Humanity“. Die Auktion steht im Zeichen der zivilen Seenotrettung im Mittelmeer. Der Erlös kommt direkt den Rettungseinsätzen von SOS Humanity zugute. Seit 2016 hat die Organisation 39.663 Menschen aus Seenot gerettet (Stand: 11.08.2026). Angesichts der aktuellen massiven Kürzungen im humanitären Bereich ist jeder Beitrag jetzt besonders wirksam. Angaben zum Werk: Durchgehendes Thema seiner Malerei ist das „geordnete“, sich gleichzeitig aber in ständiger Bewegung befindliche Chaos einer vielgliedrigen Situation. In seiner unverwechselbaren Handschrift zeigen seine Arbeiten unser Leben als vielschichtigen, oft chaotischen Zeitverlauf. In unserer medial geprägten Gegenwart reflektiert Voss die kaum zu bewältigende Fülle von Zeichen, die wir täglich aufnehmen und verarbeiten. Voss experimentiert mit unterschiedlichen Techniken und Materialien. Kraftvolle, farbintensive Arbeiten stehen neben leisen, erzählerischen und eher zeichnerisch wirkenden Werken auf Leinwand sowie aus zerrissenen Aquarellen collagierten Papierreliefs. Ob Leinwand, Holzrelief, Papierrelief oder Aquarell, allen gemeinsam ist die Anhäufung verschiedener Farb- und Formelemente, die ineinandergreifen, sich überschneiden und durch Linien, Zeichen und Zeichenfragmente miteinander verbunden sind. Zunächst wendet Voss diese Formensprache auf das zweidimensionale Bild an, seit den 1980er Jahren auch auf das dreidimensionale Objekt. Alles, was der „Bildwerdung“ dient, wird Teil des künstlerischen Prozesses: Knittern, Falten, Reißen, Sägen, Nageln und Kleben. Voss sucht die ständige Veränderung. Durch neue Bildfindungen und die Erkundung unterschiedlicher Materialien gelingt es ihm dabei, unverwechselbar zu bleiben. Diese Komplexität soll, so Voss, „dem Betrachter assoziative Freiräume geben, erst dann entfaltet ein Bild seinen poetischen Gehalt. Darum darf der Betrachter nicht auf etwas Bestimmtes festgelegt werden. Sein Denkapparat muss frei kombinieren können“. So wirken die Arbeiten von Jan Voss einerseits rätselhaft und vielschichtig, andererseits optimistisch, fröhlich und vital. Der mit dem Künstler befreundete Schriftsteller Peter Handke formulierte es so: „Die Werke geben einem Haus Schwung, so wie man einer Schaukel einen Schwung gibt.“