Dieter Roth (1930 Hannover - Basel 1998) SELBSTB. ALS LOCH. 1973. Tusche auf Papier. Am unteren Blattrand mit Bleistift signiert, betitelt und datiert: Dieter Roth, Febr. 73, SELBSTB. ALS LOCH. Passepartout-Ausschnitt: 29,2 x 37,1 cm. Unter einem Passepartout und unter Museumsglas gerahmt: 56,5 x 64,6 cm. Literatur: Dieter Roth und die Musik, Ausstellungskatalog, Kunsthaus Zug, Zug 2014-2015, S. 28. Ausstellung: Dieter Roth - Selbste, Aargauer Kunsthaus, Aargau 2011 sowie Museum der Moderne Salzburg, Salzburg 2012. Gesicht und Maske - Rollenspiele in der Porträtkunst, Stiftung Ahlers Pro Arte, Herford 2017. Provenienz: Privatsammlung, Nordrhein-Westfalen. 2006 in der Galerie Heinz Holtmann, Köln, erworben. Angaben zum Künstler: Dieter Roth wurde 1930 in Hannover geboren, war jedoch Schweizer Staatsbürger. Von 1947 bis 1951 absolvierte er eine Lehre beim Grafiker Friedrich Wüthrich in Bern. Er schuf Kunstobjekte aus organischem Material, die sich einem Prozess von Veränderung und Zerfall unterziehen, darunter luftdicht verschlossene Gewürzobjekte, Schimmelarbeiten sowie Skulpturen aus Schokolade, die von Kakaomotten zerfressen wurden. Während späterer Aufenthalte in New York lernte er die Fluxus-Künstler kennen, mit denen er komponierte. Gleichzeitig kritisierte er deren Askese: „Ich glaube eben nicht daran, dass die Askese irgendjemandem gut tut, außer dass sie einen Triumph darstellt, derer, die sie üben.“ Sein Theaterstück Murmel Murmel von 1974 wurde 2013 unter der Regie von Herbert Fritsch an der Berliner Volksbühne uraufgeführt. Das Werk besteht ausschließlich aus der dauerhaften Wiederholung des Wortes „Murmel“ auf 176 Druckseiten. Roth nahm an der 4. documenta (1968) und der documenta 6 (1977) teil; 2002 wurde er posthum auf der documenta 11 ausgestellt. 1982 gestaltete er den Schweizer Pavillon auf der Biennale von Venedig.