Per Kirkeby (1938 Kopenhagen 2018) R Felled Tree (aus: Seven Woodcuts, Linolcuts, Etchings) . 1984. Farbaquatintaradierung, Linolschnitt und Holzschnitt auf Velin. Am unteren Blattrand, innerhalb der Darstellung monogrammiert, datiert und nummeriert: PK, 84, 6/30. Blattmaß: 65 x 85 cm. Im Passepartout freigestellt und unter Glas gerahmt: 87,5 x 109 cm. Dieses Lot unterliegt der Regelbesteuerung. 28,50% Aufgeld auf den Zuschlagpreis. 7% MwSt. auf die Summe von Zuschlag und Aufgeld. Provenienz: Unternehmenssammlung, Deutschland. Angaben zum Künstler: Per Kirkeby wächst in Kopenhagen auf und studiert zunächst Geologie, bevor er sich ganz der Kunst zuwendet. Geprägt von Expeditionen nach Grönland entstehen schon früh druckgrafische Arbeiten. Ab 1962 wird die experimentelle „Eks-skolen“ sein künstlerisches Laboratorium: Hier arbeitet er an Collagen, Filmen, Environments und Happenings, später auch mit Joseph Beuys, Fluxus-Künstlern wie Nam June Paik und Jörg Immendorff. In den späten 1960er-Jahren entstehen Kurzfilme und erste Backsteinskulpturen, ab den 1970er-Jahren seine charakteristischen Tafelbilder und schließlich Bronzeplastiken. Parallel tritt er auch als Dichter und Romancier hervor. Als Professor lehrt Kirkeby an den Kunstakademien in Karlsruhe, Berlin und Frankfurt. Seine Malerei entwickelt sich aus dünn geschichteten Farbschichten, die eine atmosphärische Tiefenwirkung entfalten. Naturmotive: Wasser, Bäume, Felsen, Architekturfragmente erscheinen nicht als geschlossene Landschaft, sondern in einem offenen, „all-over“ angelegten Bildgefüge. Dabei verbinden sich naturwissenschaftliche Präzision, romantische Landschaftstradition und nordische Mythen zu einem Werk zwischen Figuration und Abstraktion. Seit den 1970er-Jahren international präsent, zeigt Kirkeby auf der Biennale von Venedig, mehrfach auf der documenta und in Ausstellungen im MoMA New York und der Royal Academy in London. Mit Malerei, Literatur, Skulptur, Druckgrafik, Film und Bühnenbildern gilt er als bedeutendster dänischer Künstler seiner Generation, dessen Werk bis heute zwischen Wissenschaft und Poesie vermittelt. Kirkebys Gemälde entstehen aus feinen Farbschichtungen, die Tiefe und Atmosphäre erzeugen. Natur- und Architekturmotive erscheinen in einem offenen, hierarchielosen Gefüge, das Assoziationen statt klare Landschaften zulässt. Inspiriert von nordischer Natur, romantischer Malerei und Caspar Wolfs Felsstudien entwickelt er eine Bildsprache zwischen Abstraktion und Figuration, die sich von gedeckten Tönen zu leuchtenden Farben wandelt.