Sigmar Polke (1941 Oels - Köln 2010) Entartete Kunst . 1995. Offset auf Hahnemühle-Büttenkarton. Aus dem Mappenwerk "erinnern 1945-1995." Unterhalb der Darstellung mit Bleistift signiert, datiert und nummeriert: Sigmar Polke, 1995, A.P. Blattmaß: 59,2 x 84 cm. Unter Glas gerahmt: 73,6 x 98,2 cm. Hrsg. von: Edition Staeck, Heidelberg. WVZ.: Becker/von der Osten 108. Provenienz: Kunstsammlung Christa und Dr. Christian Weiske, Berlin. Angaben zum Werk: Die Ausstellung »Entartete Kunst«, die 1937 in München startete, kam 1938 auch nach Hamburg. Von der Menschenschlange vor dem Eingang zum Schulausstellungsgebäude Spitalerstr. 6 gibt es ein zeitgenössisches Foto, das Sigmar Polke bereits 1983 in einem Gemälde verarbeitet hat, auf das diese farbige Offsetlithographie zurückgreift: Sie entstand für die in der Heidelberger Edition Staeck 1995 erschienene Mappe »erinnern 1945-1995« mit Werken von 20 Künstlern. Charakteristisch für Polke, der 1963 mit Gerhard Richter und Konrad Lueg – den »Sozialistischen Realismus« der damaligen DDR ironisierend – den sogenannten »Kapitalistischen Realismus« begründete, sind spezielle Techniken, wie hier die des Rasters, zu der er 1966 bemerkte: »Mir gefällt das technische Mittel, der Klischeecharakter des Rasters, [...] das Unpersönliche, Neutrale und Fabrizierte [...]. So verstanden, glaube ich, dass mein verwendetes Raster schon eine ganz bestimmte Sicht aufzeigt, eine allgemeine Situation und Interpretation ist: nämlich Struktur meiner Zeit, Struktur einer Gesellschaftsordnung, einer Kultur, genormt, geteilt, aufgeteilt, eingeteilt, gruppiert, spezialisiert.«